Service Intelligence Plattform
Für planbare Serviceumsätze im Mittelstand
Einleitung
Hersteller individualisierter Anlagen haben ein Servicegeschäft – aber es ist oft nicht planbar. Das ERP kennt Bestellungen, aber keine Lebenszyklen. Ersatzteilbedarf entsteht reaktiv, Serviceintervalle werden verpasst, und die Sachbearbeitung kämpft mit Medienbrüchen und manuellen Prozessen.
Die Service Intelligence Plattform schafft digitale Service- und Installed-Base-Intelligenz oberhalb des ERP – ohne zusätzliche Sensorik, ohne IoT. Sie macht Serviceumsätze prognostizierbar und Serviceprozesse durchgängig digital.

1. Ausgangssituation im Mittelstand
Intransparente Installed Base
Bei Herstellern individualisierter Anlagen ist die Realität oft dieselbe: Das ERP bildet nur Transaktionen ab. Es gibt keine Lifecycle-Sicht auf einzelne Anlagen, Servicezyklen werden nicht systematisch nachverfolgt, der Ersatzteilbedarf entsteht reaktiv, und das Partnernetzwerk ist schwer steuerbar.
ERP kennt Bestellungen, aber keine Lebenszyklen.
Medienbrüche im Serviceprozess
Analoge Prozesse dominieren. Freestyle-E-Mail-Bestellungen, telefonische Ersatzteilanfragen, Excel-Listen mit Stücklisten, manuelles Matching von Seriennummern – der Aufwand in der Sachbearbeitung ist hoch. Fehleranfällige und ineffiziente Abwicklung ist die Folge.
Fehlende Planbarkeit im After-Sales
Die Konsequenzen für Hersteller: Serviceumsatz ist nicht prognostizierbar, Lagerkosten sind zu hoch oder Teile nicht verfügbar, Serviceintervalle werden verpasst, und es fehlt eine systematische Next-Point-of-Sale-Logik.
Service ist vorhanden, aber nicht strategisch steuerbar.
2. Die Plattformlösung
Digitaler Hub für den gesamten Service-Lebenszyklus
Die Service Intelligence Plattform ist ein digitaler Hub, der den gesamten Service-Lebenszyklus abbildet. Sie ergänzt das ERP – ersetzt es nicht. Das ERP bleibt führend für Transaktionen; die Plattform erweitert es um Service- und Lifecycle-Funktionalität. Die Integration erfolgt API-basiert.
Lifecycle-Intelligenz oberhalb des ERP – ohne Sensorik, ohne IoT.
Multi-Rollen-Architektur
Drei Nutzergruppen arbeiten mit einer Plattform: Hersteller, Servicepartner, Endkunde oder Betreiber. Gemeinsame Datenbasis, rollenbasierte Berechtigungen, einheitlicher Informationsstand. Transparente Zusammenarbeit über alle Beteiligten hinweg.
Kernmodul 1: Anlagenverwaltung
Jede Anlage erhält einen digitalen Zwilling. Seriennummer und Konfiguration, Stücklisten und Explosionszeichnungen, Servicehistorie, Laufzeiten und Wartungsintervalle – alles an einem Ort. Die Anlage steht im Mittelpunkt der Plattform.
Kernmodul 2: Ersatzteilmanagement
Maschinenindividuelle Ersatzteilbestellung: direkte Auswahl aus der realen Stückliste, Vermeidung falscher Teile, Dokumentenzugriff in Echtzeit, API-Übertragung ins ERP.
Anfrage, Angebot, Auftrag und Bestätigung – digital durchgängig.

Kernmodul 3: Service-Management
Strukturierte Wartungssteuerung mit automatischer Serviceerkennung, Benachrichtigungen, Dokumentation von Einsätzen und Historiennachverfolgung. Kein verpasster Servicezyklus.
Kernmodul 4: Analytics Dashboard
Transparenz über die Installed Base: Service-Fälligkeiten, Ersatzteilverbräuche, Partneraktivität, regionale Performance, Forecast-Übersicht. Alles auf einen Blick.
3. Next Point of Sale Engine
Datenbasierte Prognose ohne zusätzliche Hardware
Die NPoS-Engine nutzt vorhandene Daten – keine zusätzliche Sensorik erforderlich. Installed Base, historische Ersatzteilverkäufe, Servicehistorie, durchschnittliche Laufzeiten, typische Verschleißmuster. Aus diesen Quellen entsteht eine datenbasierte Prognose.
Funktionsweise
- Historische Analyse – Verbrauchs- und Intervallmuster werden erkannt, ähnliche Anlagen verglichen
- Extrapolation – Wahrscheinliche Servicezeitpunkte werden berechnet, Ersatzteilbedarf prognostiziert
- Handlungsempfehlung – Kundenkontakt wird ausgelöst, Lagerbestand optimiert
Ergebnisse für Hersteller
Planbare Serviceumsätze:
- Prognostizierte Auftragseingänge
- Identifizierte Umsatzpotenziale
- Priorisierte Kundenansprache
Optimierte Lagerhaltung:
- Bedarfsvorhersage
- Reduzierte Kapitalbindung
- Höhere Lieferperformance

4. Business Impact
Case Study: Mehrer Compression
Die Plattform ist erfolgreich im Einsatz bei Mehrer Compression. Erreichte Effekte:
- 20 Prozent geringere Lagerkosten
- 20 Prozent höherer Serviceumsatz
- Transparente Installed Base
- Entlastete Sachbearbeitung
Messbarer Business Impact – Referenz für industrielle Individualfertigung.
Warum besonders relevant für den Mittelstand
Individuelle Anlagen benötigen individuelle Prognosemodelle. Keine Serienproduktion, hohe Variantenvielfalt, viele Partner, begrenzte IT-Ressourcen – typische Rahmenbedingungen im Mittelstand.
Die Plattform schafft Struktur in komplexen Serviceumgebungen.
5. Roadmap und Zukunft
Die Weiterentwicklung folgt den Herstellerbedürfnissen. Erweiterte Servicepartner-Funktionen wie QR-Code-Zugriff auf Maschinendaten ermöglichen sofortigen Zugriff vor Ort und schnelleren Zugang zu relevanten Informationen – direkt am Objekt.
Intransparente Installed Base wird zu planbaren Serviceumsätzen.
Nächster Schritt
- Ausgangslage und Installed-Base-Situation analysieren
- Pilot mit definiertem Scope starten
- Schrittweise Roll-out mit Hersteller und Partnern
Für Hersteller individualisierter Anlagen im Mittelstand – Service digitalisieren, Umsätze planbar machen.
